Der International Turnaround Management Standard für Sanierungen und Restrukturierungen von Unternehmen

Prozess BildWenn sich ein Unternehmen in der Krise befindet und eine Sanierung benötigt, dann ist es zunächst einmal wichtig, die genauen Probleme zu erkennen. Ein Turnaround kann nur erfolgreich sein, wenn man die richtigen Kennzahlen für die Unternehmenssanierung berechnet und diese im Turnaround Prozess analysiert. Das Turnaround Management basiert auf den Analysen und die Sanierung im Turnaround setzt an diesen Punkten an. Oftmals ist eine komplette Restrukturierung notwendig. DieUnternehmenssanierung beginnt bei der Turnaround Methode mit einer Erhöhung der Liquidität. Anschließend wird das Unternehmen im Turnaround Prozess einer Sanierung unterzogen. Am Ende der Turnaround Methode stehen Einsparungen, um in Zukunft eine Krise zu umgehen. Wichtig ist bei der Unternehmenssanierung, dass die Krisenindikatoren im TurnaroundManagement nicht alleine betrachtet werden. Für den Erfolg beim Turnaround ist das Gesamtbild entscheidet. Der International Turnaround Management Standard ist eine strukturierte Unternehmensanalyse, welche dem Betrieb gleichzeitig Handlungsalternativen anbietet. So wird die Sanierung geordnet und kompetent bei der Turnaround Methode in Angriff genommen und der Turnaround hat beste Aussichten auf Erfolg. Orientiert werden kann sich am International Turnaround Management Standard und an der Turnaround Management Society.

Die Turnaround Management Society und der International Turnaround Management Standard

Wenn man eine Sanierung plant und die Turnaround Methode nach dem Turnaround Management Society anwenden möchte, dann gehören eine detaillierte Analyse und eine Berechnung vieler Kennzahlen aus demInternational Turnaround Management Standard zum Prozess. Hierbei bietet die Turnaround Management SocietyHilfestellung. Als internationale Non-Profit-Organisation ist die Turnaround Management Society unabhängig und hat nur die Sanierung des Unternehmens und die Beachtung vom International Turnaround Management Standard im Sinn.

Die Liquidität als wichtige Kennzahl bei der Restrukturierung und im Turnaround Prozess

Die Erhöhung der Liquidität ist im Sinne der Turnaround Management Society und vom International TurnaroundManagement Standard eines der ersten Ziele bei der Unternehmensstrukturierung. Sie bildet die Basis vom Turnaround Prozess. Unter der Liquidität versteht man die Höhe der zur Verfügung stehenden Geldmittel. Ein Turnaround benötigt freies Kapital und die Liquidität gibt hierüber Auskunft. Falls für dieUnternehmenssanierung ein Kredit bei einer Bank benötigt wird, dann ist diese Kennzahl der Turnaround Methode oftmals ein wichtiges Kriterium. Man unterscheidet beim Turnaround drei verschiedene Liquiditätsgrade. Die erste Turnaround Kennzahl ist auch unter der Bezeichnung Cash Ratio bekannt und wird als Quotient zwischen den flüssigen Mitteln und den kurzfristigen Verbindlichkeiten berechnet. Der zweite Grad im Turnaround Prozess bezieht in die Berechnung auch die Wertpapiere und die kurzfristigen Forderungen mit ein. Current Ratio, der dritte Liquiditätsgrad im Turnaround Management, verwendet für die Berechnung das gesamte Umlaufvermögen. Je höher die Liquidität vor der Restrukturierung ist, desto besser ist die Situation für dieSanierung des Unternehmens und desto einfacher die Restrukturierung. Ein erfolgreiches TurnaroundManagement zielt in erster Linie auf die Erhöhung des ersten Liquiditätsgrades an. Im Laufe vom Turnaround Prozess werden dann alle Grade verbessert. Die Restrukturierung muss so aufgebaut sein, dass der Turnaround nachhaltig ist. Der International Turnaround Management Standard liefert hierbei gute Vorlagen. Bekannt ist derInternational Turnaround Management Standard auch unter der Bezeichnung ITMS. Er bietet eine gute Grundlage für Unternehmen und sorgt für die strukturierte Durchführung der Turnaround Methode.

Ein wichtiger Faktor im Turnaround Management und bei der Unternehmenssanierung: Das Working Capital 

Aus der Liquidität dritten Grades lässt sich beim Turnaround im Sinne vom Turnaround Management Society das Working Capital ableiten. Das Working Capital ist eine wichtige Kennzahl bei dem Turnaround Prozess. Ein Turnaround hat das Ziel, ein positives Working Capital zu erreichen. Hierunter versteht man den Überschuss der liquidierbaren Aktiva über die Passiva. Betrachtet werden im Rahmen vom Turnaround Management nur die kurzfristigen Mittel. Ist die Liquidität gleich Eins, dann bedeutet dies, dass das Umlaufvermögen vor derUnternehmenssanierung genauso groß wie die kurzfristigen Verbindlichkeiten ist. Das Working Capital ist in diesem Fall bei der Unternehmenssanierung auch als Wert Eins gegeben. Wird beim Turnaround eine Liquidität von über Eins festgestellt, dann ist das Umlaufvermögen größer als die kurzfristigen Verbindlichkeiten und das Working Capital ist positiv. Ist die Liquidität beim Turnaround Management kleiner als Eins, wird beim entsprechend ein negatives Working Capital bei der Unternehmenssanierung festgestellt.

Die Turnaround Methode und die Restrukturierung sollten immer den Jahresabschluss analysieren

Um sich nach den Vorgaben der Turnaround Management Society einen vollständigen Überblick über die Situation zu verschaffen, den Turnaround Prozess und eine Sanierung und Restrukturierung zu initiieren, bietet der Jahresabschluss eine gute Grundlagen. Hieraus lassen sich bei der Unternehmenssanierung eine Vielzahl an Kennzahlen berechnen, welche zur Krisendiagnose eingesetzt werden können. Die Turnaround Methode setzt an diesem Punkt an und beginnt mit der Analyse aller Zahlen und Fakten. Der Turnaround Prozess bezieht hierbei möglichst viele Kennzahlen aus dem Turnaround Management mit in die Berechnung ein, so wird eine hohe Aussagekraft erreicht.

Eigenkapitalquote und Fremdkapitalquote, zwei wichtige Kennzahlen im Turnaround Management und bei derRestrukturierung

Zur Analyse des Jahresabschlusses gehören nach der Turnaround Management Society auf jeden Fall auch die Berechnung der Eigenkapitalquote und der Fremdkapitalquote. Beide Kennzahlen zusammen geben einen Überblick über die Kapitalstruktur des Unternehmens. Die Eigenkapitalquote ist der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme, die Fremdkapitalquote wird analog berechnet. Eine Erhöhung Eigenkapitalquote ist das Ziel der Turnaround Methode. Beim Turnaround Prozess soll langfristig die Verschuldung zugunsten von Eigenkapital reduziert werden. Das Turnaround Management beinhaltet demnach eine Analyse dieser Werte.

Bei einer Restrukturierung und Unternehmenssanierung muss der Deckungsbeitrag stimmen

Wenn man den Turnaround Prozess nach der Turnaround Management Society startet und eineUnternehmenssanierung plant, dann ist auch die Anlagendeckung eine wichtige Kennzahl. Hier wird das Anlagevermögen in Verhältnis zum Eigenkapital gesetzt. An dem Ergebnis kann man im International TurnaroundManagement Standard ablesen, welcher Anteil vom Anlagevermögen über das Eigenkapital finanziert wurde. In die Betrachtung des Deckungsbeitrages A wird im Rahmen des International Turnaround Management Standard nur das Eigenkapital mit einbezogen. Der Deckungsbeitrag B betrachtet die Summe aus dem Eigenkapital und dem langfristigen Fremdkapital und stellt einen Bezug zum Eigenkapital her. Bei diesen Kennzahlen spielt bei der Restrukturierung die sogenannte „Goldene Regel“ eine Rolle. Diese besagt, dass das Anlagevermögen durch das Eigenkapital gedeckt sein sollte. Ein Wert von 100 Prozent für den Deckungsbeitrag ist daher erstrebenswert. Allgemein gilt, dass die Turnaround Methode den Deckungsbeitrag maximieren sollte.

Der International Turnaround Management Standard und der Cash Flow

Entwickelt wurde der International Turnaround Management Standard von Dr. Christoph Lymbersky und einem Team von Führenden Restukturierungsberatern, Projektmanagern und Professoren. Zu einem vollständigen Jahresabschluss sollte immer die Berechnung der Cash Flows gehören. Diese sind auch für die Turnaround Management Society ein Maß für die Erhöhung der Liquidität. Der Cash Flow selber sind die innerhalb einer bestimmten Periode zugeflossenen liquiden Mittel. Man unterscheidet beim Turnaround und bei der Restrukturierung drei verschiedene Cash Flows, dem Cashflow aus Geschäftstätigkeit, dem Cashflow aus Investitionstätigkeit und dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Diese werden bei der Turnaround Methode und der Unternehmenssanierung stufenweise berechnet. Im International Turnaround Management Standard wird der strukturierte Ablauf definiert.

Eine wichtige Kennzahl beim International Turnaround Management Standard nach der Turnaround Management Society 

Wenn man die Zukunft eines Unternehmens und eine Restrukturierung plant oder eine Sanierung durchführt, dann ist die Rentabilitätsanalyse ein wichtiger Punkt im Turnaround Prozess. Das Turnaround Managementberechnet dabei unter anderem die Eigenkapitalrendite, die Gesamtkapitalrendite und die Umsatzrendite. Bei der Umsatzrendite wird der Gewinn im Turnaround Prozess in Bezug zum Umsatz gesetzt. Eine Sanierung hat die Erhöhung der Umsatzrendite zum Ziel. Ein hoher Wert bedeutet, dass der Gewinnanteil hoch ist. Der erzielte Umsatz wurde gut genutzt und es ist ein verhältnismäßig hoher Gewinn erzielt worden. Die Eigenkapitalrendite stellt den Anteil Gewinn am Eigenkapital dar. Hieran kann man bei der Turnaround Methode ablesen, wie gut das Eigenkapital genutzt und in Gewinn umgesetzt wird. Eine Unternehmenssanierung sollte das vorhandene Kapital im Turnaround Management gut ausnutzen und hieraus möglichst viel Gewinn erwirtschaften. Somit ist beim Turnaround eine hohe Eigenkapitalquote wichtig. Wenn bei der Sanierung oder auch schon vorher Investitionen getätigt werden, dann ist es bei der Sanierung wichtig, zu wissen, wie effektiv das eingesetzte Kapital umgesetzt wurde. Die Turnaround Methode nach der Turnaround Management Society zielt daher auf eine hohe Gesamtkapitalrendite ab. Der EBIT ist der Gewinn vor Steuern und Zinsen und somit eine weitere wichtige Kennzahl für die Restrukturierung. Eine Sanierung und ein Turnaround Management hat immer eine Maximierung dieser Kennzahl im Blick. Eine Erweiterung dazu ist die EBITA, welche den Gewinn nicht nur vor Zinsen und Steuern betrachtet, sondern auch vor den Abschreibungen.

Die Turnaround Management Society und die Unternehmenssanierung

Wer nach dem International Turnaround Management Standard eine Sanierung und eine Restrukturierung plant, der muss eine Vielzahl an Kennzahlen berechnen. Die Turnaround Methode kann nur erfolgreich sein, wenn die Voranalyse stimmen. Ein Turnaround ist dann gelungen, wenn das Turnaround Management die Kennzahlen verbessern konnte. Der Turnaround Prozess muss also alle Kennzahlen im Auge behalten.

von Jenny Henschler
Studentin an der Freien Universität Berlin