Aktuelle Entwicklungen im Turnaround Management

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Während die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland in den letzten Jahre explosionsartig angestiegen ist, waren die Unternehmensinsolvenzen geringeren Schwankungen unterlegen. Von 1999 bis 2011 stieg die Zahl von über 26.000 zwar auf gut 30.000 an, dies ist jedoch im Verhältnis zu den sich vervielfachen den Privatinsolvenzen ein geringer Anstieg. Aber auch hier ist eine klare Tendenz nach oben zu erkennen, dies sieht auch die Turnaround Management Society ähnlich. Am häufigsten findet man Insolvenzen im Baugewerbe vor, danach folgt die Gastronomie. In den USA war in den letzten Jahren ebenfalls ein Anstieg zu beobachten. Seit 2007/2008 sind die Zahlen sprunghaft angestiegen. Erst 2012 erfolgte dort eine Entspannung, die Prognosen sind positiv. Viele Insolvenzen können mit Hilfe einer Sanierung und einem gutem Turnaround Management abgewendet werden. Der Turnaround Prozess muss dabei rechtzeitig in Gang gesetzt werden, nur so kann die Unternehmenssanierung und die Restrukturierung erfolgreich sein. Einen wichtigen Beitrag liefern hierbei der International Turnaround Management Standard und die Anleitungen der Turnaround Management Society. Als Non-Profit-Organisation liefert sie eine wertvolle Unterstützung bei der Restrukturierung und beim Turnaround. Einer der größten Fehler vor der Turnaround Methode ist es, die Krise nicht rechtzeitig zu erkennen und die Durchführung vom Turnaround Prozess somit zu verhindern. Ein erfolgreiches Krisenmanagement ist eines der zentralen Bestandteile moderner Unternehmen und verhindert durch den Turnaround Prozess die Unternehmensinsolvenz. Nicht nur kurz vor der Insolvenz sollte der Turnaround Prozess beginnen, je früher eine Wende in Gang gesetzt, desto leichter ist die Unternehmenssanierung und der Turnaround gelingt. Eine Restrukturierung und eine Sanierung können auch den Gewinn des Unternehmens erhöhen und neue Märkte erschließen. Im Turnaround Management werden nach dem International Turnaround Management Standard der Turnaround Management Society bestimmte Kennzahlen bestimmt und analysiert. Die Turnaround Methode nach der Turnaround Management Society bietet dann Lösungen im Rahmen des Krisenmanagement an, um einen Turnaround zu erreichen. Das Schwierige an Krisen ist es, dass die finanziellen Mittel für eine Unternehmenssanierung und eine Restrukturierung fehlen. Teure Berater können beim Turnaround Management nicht mehr finanziert werden. Um dennoch einen Turnaround zu erreichen, muss das Problem von Innen heraus in Angriff genommen werden. Durch einen Krisenstab und ein etabliertes Turnaround Management muss eine klare Struktur im Turnaround Management erfolgen. Die Situation sollte regelmäßig analysiert werden und die Turnaround Methode konsequent angewandt werden. Klare Strukturen bei der Turnaround Methode reduzieren die Kosten und sind im Turnaround Prozess sehr effektiv. Damit der Turnaround nicht scheitert und die Sanierung erfolgreich ist, ist die Qualifikation der Mitarbeiter für dieSanierung sehr wichtig. Auch viele Universitäten haben diese Notwendigkeit erkannt und bauen die Themen „Turnaround Prozess“ und „Unternehmenssanierung“ mit in den Lehrplan ein. Der Kurs „Krisenmanagement“ beschäftigt sich mit der Restrukturierung, der Sanierung und der Turnaround Methode. Er wird an immer mehr Unis unterrichtet. An der VWA und FOM in Hamburg beispielsweise bietet Dr. Christoph Lymbersky einen entsprechenden Kurs an und bereitet seine Studenten erfolgreich auf eine spätere Anwendung der Turnaround Methode nach dem International Turnaround Management Standard der Turnaround Management Society vor.

Die Corporate Turnarounds und das Turnaround Management nach der Turnaround Management Society im Überblick

Wenn Unternehmen sich bezüglich der Turnaround Methode und der Unternehmenssanierung beraten lassen, dann erhalten sie in der Regel zunächst einmal einen groben Überblick über das weitere Vorgehen bei der Sanierung und Restrukturierung. Der Turnaround Prozess beginnt zunächst einmal mit der Verbesserung der Liquidität. Diese bildet die Grundlage für einen erreichbaren Turnaround. Anschließend wird die Sanierung des Unternehmens in Angriff genommen. Damit die erreichten Stadien auch nachhaltig bestehen bleiben werden im Abschluss noch weitere Einsparungen im Rahmen der Turnaround Methode vorgenommen. Ob man in dieser Phase der Krisenbewältigung und im Turnaround Management neue Absatzmärkte erschließen sollte, wird von Experten bezüglich der Sanierung und der Restrukturierung diskutiert. Zum Einen können sich hieraus große Chancen für die Unternehmenssanierung ergeben, zum Anderen sind dies Investitionen, bei der Unternehmenssanierung die Geld kosten und mit einem Risiko behaftet sind. Auch bei dem typischen Ablauf vom Turnaround Prozess gibt es unterschiedliche Ansichten. Der Krisenverlauf, der ein Turnaround Management notwendig macht, lässt sich beispielsweise in vier Phasen untergliedern. Die erste Stufe ist die sogenannte Strategiekrise. Hier ist noch kein dringender Handlungsbedarf für die Sanierung oder eine Restrukturierung gegeben. Das Produkt Portfolio ist bereits im Reifestadium und ein klares Unternehmensziel ist nicht mehr ersichtlich. Es fehlt an neuen, innovativen Ideen. In dieser Phase kann man die drohende Krise erahnen, die Situation kann sich aber ändern. In den Anschluss tritt die Erfolgskrise. Nun werden die Rückschritte sichtbar. Der Umsatz sinkt und die Situation verschlechtert sich. Eine Restrukturierung und Sanierung wäre in diesem Stadium angebracht, Veränderungen werden oftmals aber unterlassen. Für eine Unternehmenssanierung sind Investitionen notwendig, die Impulse fehlen in dieser Krise jedoch. Die nächste Stufe ist die Liquiditätskrise. Auf Grund der Vorgeschichte und des nicht Erfolgen vom Turnaround folgt nun die Unfähigkeit fällige Rechnungen zu bezahlen. Wird nun nicht der Turnaround Prozess gestartet und die Unternehmenssanierung in Angriff genommen, so folgt als letzte Stufe die Insolvenz.

Der Turnaround Prozess als Ausweg aus der Krise

Der International Turnaround Management Standard, kurz ITMS, nach der Turnaround Management Society ist ein Bündel aus Anleitungen und Verfahrensweisen. Es werden durch die Turnaround Management Society Lösungen und Herangehensweisen für den Turnaround aufgezeigt. Dieses Turnaround Management basiert auf mehr als 30 Jahren Erfahrung und hat schon unzähligen Unternehmen aus der Krise geholfen. Der Turnaround Prozess nach der Turnaround Management Society kann hierbei auf unterschiedliche Unternehmensbranchen übertragen werden. Damit man immer am richtigen Punkt der Turnaround Methode ansetzt und die Sanierung Erfolg hat, ist der Vorgang in mehrere Stufen unterteilt. Wer ein Turnaround Management nach der Turnaround Management Society plant, der findet in diesem System die augenblickliche Situation seines Unternehmens wieder und kann mit der Arbeit am Turnaround beginnen. Der International Turnaround Management Standard erklärt dem „Turnaround Team“, was sie in jeder Situation zu machen haben und ist daher eine sehr gute Anleitung für das Vorgehen bei dem Turnaround Prozess. Das Turnaround Management setzt hierbei an den wichtigsten Punkten an: Die Ziele des Unternehmens müssen für einen Turnaround klar definiert sein und es müssen die richtigen Entscheidungen und Investitionen im Turnaround Prozess getätigt werden. Oftmals gehen solche wichtigen Punkte im Alltag unter und es fehlt an kreativen und neuen Impulsen. Durch eine Unternehmenssanierung durch das Turnaround Management werden neue Wege gegangen und Fehler vermieden. Neben dem International Turnaround Management Standard existieren noch weitere Ansätze für ein Turnaround Management. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist es, dass man alleine durch Einsparungen eine Wende erzielen kann. Ohne neue Ideen oder Verbesserungen kann ein Turnaround nicht erreicht werden. Jede Restrukturierung und Sanierung sollte genau geplant und im Vorfeld analysiert werden. Im Allgemeinen gehen externe Berater bei der Turnaround Methode nach dem Muster: Liquidität erhöhen, Sanierungen und Restrukturierungen vornehmen, Einsparungen planen, vor. Die einzelnen Verfahren der Unternehmenssanierung unterscheiden sich dabei oftmals durch die Ausprägung der einzelnen Stufen. Hierbei fehlen jedoch die detaillierten Anweisungen, wie sie von der Turnaround Management Society empfohlen werden.

Der International Turnaround Management Standard und die Turnaround Management Society

Es existieren viele unterschiedliche Möglichkeiten für das Turnaround Management. Der International Turnaround Management Standard ist jedoch die effektivste und praktikabelste Möglichkeit für eine Unternehmenssanierung. Er bietet ein großes Potential und kann mit einfachen Strukturen zur Restrukturierung und zur Unternehmenssanierung umgesetzt werden. Bei der Turnaround Methode durch den International Turnaround Management Standard ist auch die Nachhaltigkeit sehr wichtig. Eine Unternehmenssanierung und ein Turnaround sind nur dann sinnvoll, wenn auch für die Zukunft geplant wird und die Sanierung Bestand hat. Hier liefern der International Turnaround Management Standard und die Turnaround Management Society sehr gute Vorlagen und führen zu einem wirkungsvollem Turnaround. Ein großer Vorteil vom International Turnaround Management Standard ist es, dass er auch von betriebseigenen Kräften gelernt und geleitet werden kann. Dies spart nicht nur Kosten beim Turnaround Prozess sondern hat noch viele weitere Vorteile. Die Mitarbeiter kennen das Unternehmen und können die Chancen am Besten einschätzen. Die Turnaround Management Society bietet zusätzlich unabhängige Informationen für die Sanierung und die Restrukturierung. Damit Krisen vermieden werden können und eine Unternehmenssanierung oder eine Restrukturierung erst gar nicht notwendig sind, kann die Turnaround Methode nach dem International Turnaround
Management Standard auch als vorbeugende Maßnahme angewandt werden. Eine Zertifizierung nach dem International Turnaround Management Standard ist nützlich, um zur Not für eine Krise und eine Restrukturierung gut vorbereitet zu sein. Der International Turnaround Management Standard bietet ein großes Potential und kann in vielen Situationen wirkungsvoll den Turnaround Prozess steuern.

 

von Katja Effenmeier (Universität Köln)